Belarus: Drohende Hinrichtungen

23.8.2017


Am 21. Juli wurden Ihar Hershankou und Siamion Berazhnoy vom Landgericht Mahiliou im Osten von Belarus zum Tode verurteilt. Die beiden Männer wurden für schuldig befunden, zwischen 2009 und 2015 sechs Menschen getötet zu haben, um sich deren Eigentum anzueignen. Die Verurteilten waren weithin als Immobilienbetrüger bekannt geworden.

Die beiden Männer werden in den kommenden Wochen vor dem Obersten Gerichtshof Rechtsmittel gegen die Todesurteile einlegen. Im Falle einer Ablehnung bleibt ihnen noch die Einreichung eines Begnadigungsgesuchs bei Präsident Alyaksandr Lukashenka. Allerdings hat der Oberste Gerichtshof seit 1994 alle Todesurteile bestätigt und der Staatspräsident hat nur einem Begnadigungsgesuch stattgegeben. Sie sind somit in unmittelbarer Gefahr, hingerichtet zu werden.

In Belarus werden weder Datum noch Uhrzeit einer bevorstehenden Hinrichtung angekündigt und es wird kein letztes Treffen mit Angehörigen gewährt. Die zum Tode Verurteilten werden mit einem Schuss in den Hinterkopf getötet. Nach belarussischem Recht wird der Leichnam der Hingerichteten nicht an deren Familien zur Bestattung ausgehändigt. Die Angehörigen erhalten zudem keine Informationen dazu, wo sie begraben wurden.

Bitte schickt so rasch wie möglich die Briefe bzw. Mails an den Präsidenten bzw. Generalstaatsanwalt und den Botschafter in Wien.


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