Belarus - Erfolg: Aljaksandr Zdzvivhkou wurde am 22.2.2008 freigelassen

AI Index: EUR 49/002/2008
18.2.2008


25.2.2008: Aljaksandr Zdzvivhkou wurde am 22.2.2008 freigelassen.

Bitte keine weiteren Appelle mehr abschicken

Vielen Dank für Ihre Mithilfe


Amnesty International ist besorgt über die Inhaftierung von Aljaksandr Zdzvivhkou, früherer stellvertretender Herausgeber einer wöchentlichen, unabhängigen Zeitschrift und fordert seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Nach Ansicht der Organisation hat er gewaltlos von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht.

Hintergrund

Am 18.2.2006 publizierte die unabhängige Zeitschrift Zhoda (Heute), bei der er stellvertretender Chefredakteur war, Cartoons, die den Propheten Mohamed in einem Artikel zum weltweiten Protest nach den Publikationen in der dänischen Zeitung, 2005, zeigten.

Am 22.2.2006 wurde das Zeitungsoffice vom weissrussischen KGB durchsucht und ein paar Tage später wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Zeitung wurde eingestellt und Aljaksandr Zdzvizhkou verlies das Land, um einer Strafverfolgung zu entgehen.

Im November 2007 kehrte er wieder zurück, um das Grab seines Vaters zu besuchen und wurde am 18.11. verhaftet. Im Jänner 2008, wurde er unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach Art. 130.1. des weißrussischen Strafgesetzes wegen "Aufhetzung zu rassistischen, nationalistischen oder religiösen Feindseligkeiten oder Zwietracht" zu 3 Jahren Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt. Der Vorsitzende der moslemischen Gemeinde in Weißrussland hat sich gegen dieses Urteil und das Einstellen der Zeitung ausgesprochen.

Weißrussland und die Medien

Mediale Zensur ist in Weißrussland weit verbreitet. TV und Rundfunk werden staatlich kontrolliert, es gibt Restriktionen beim Internetzugang. Die Verfolgung und Behinderung der unabhängigen Presse durch die Regierung ist im Ansteigen. Journalisten werden verhaftet und unter dubiosen Anklagen inhaftiert, die Büros werden durchsucht, Publikationen konfisziert. Den nicht-staatlichen Verlagen werden Schwierigkeiten in der Produktion und im Vertrieb gemacht.

Für Amnesty International ist die Verhaftung und Inhaftierung von Aljaksandr Zdzvizhkou ein Muster, die unabhängige Presse in Weißrussland einzuschüchtern.

Amnesty International möchte nicht auf den Artikel mit den Cartoons eingehen, ist aber der Meinung, dass diese Publikation keinesfalls mit einer Haft auf Grund einer kriminellen Anschuldigung bestraft werden sollte. Auch wenn Regierungen verpflichtet sind "Hassreden" zu untersagen, sollte dies in Übereinstimmung mit internationalen Gesetzen geschehen.

Helfen Sie mit

Bitte senden Sie Postkarten oder unterstützende Briefe an Aljaksandr Zdzvizhkou ins Gefängnis. Sie können in weißrussisch, russisch, englisch oder deutsch schreiben. Ihre Wünsche sind eine unschätzbare Unterstützung in dieser schweren Zeit. Außerdem wissen wir aus Erfahrung, dass es für den Inhaftierten im Gefängnisalltag vorteilhaft ist, wenn er sehr viel Post aus dem Ausland bekommt.

Senden Sie alle 2 Wochen eine Landschafts- oder Kunstpostkarte oder einen Brief mit einem Bild von Ihnen. Bitte senden Sie keine Pakete an den Inhaftierten, da Paketsendungen streng limitiert sind. Sie können auch die nachfolgenden Botschaften in weißrussisch ans Ende Ihrer Grüße schreiben:

I am thinking of you: Я думаю пра цябе

We are thinking of you: Мы думаем пра цябе

I am wishing you well: Я жадаю табе дабра

We are wishing you well: Мы жадаем табе дабра

Senden Sie Ihre Grüße an:

Aljaksandr Zdzvizhkou
ul. Volodarskogo, 2
SIZO No. 8470, 1 MVD
Belarus

Bitte senden Sie auch die Musterbriefe ab.


zurück