Homophobie und Entmutigung der LGTBI Aktivist*innen in der ehemaligen Sowjetunion

20.12.2017


Durch Diskriminierung, Homophobie und das Vorgehen Russlands gegen LGBTI Beziehungen, stiegen die Feindseligkeiten gegen die LGTBI-Aktivist*innen in Teilen der früheren Sowjetunion auf besorgniserregende Weise an, wie Amnesty International in ihrem neuen Bericht eröffnet.

Besonders die Menschenrechtsverteidiger*innen in Armenien, Weißrussland, Kasachstan und Kirgistan seien betroffen. Auch der Rückhalt innerhalb der Gruppen der Aktivist*innen schwindet zunehmend in den letzten Jahren.

Die Verteidiger*innen befanden sich aufgrund von Diskriminierungen schon lange in einer angespannten Situation, welche durch steigenden russischen Einfluss und die große Reichweite russischer Medien noch verschärft wurde. Dadurch zogen auch andere Regierungen nach und sie begannen die LGBTI Gemeinschaft ähnlich zu unterdrücken und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Besonders die oben genannten Länder, welche die engsten Verbündeten Russlands in dieser Region darstellen, greifen mithilfe neuer Gesetze hart durch.

In Weißrussland wurde 2016 ein neues homophobes „Propaganda“ Gesetz eingeführt. Ein bekannter LGTBI Aktivist setzte nach dem Verlust von mehreren Jobs und wiederholten Polizeibefragungen seinen Einsatz nicht mehr fort, da dieser mit zu großen persönlichen Risiken verbunden sei.

In Armenien und Kirgistan wurde durch eine Änderung der Verfassung die gleichgeschlechtliche Ehe explizit ausgeschlossen und in allen vier Staaten sind „Gay Pride“ Paraden verboten oder ein beliebtestes Ziel für Attacken homophober Gruppen, welche nicht verhindert werden. Weiters wird die Vereinsfreiheit für LGBTI Aktivist*innen massiv eingeschränkt.

In weiterer Folge werden die Aktivist*innen auch von anderen Menschrechtsverteidiger*innen ausgeschlossen und an den Rand gedrängt, da man nicht mit ihnen in Verbindung gebracht werden will, wie Denis Krivosheev berichtet.

Dieser Mangel an Unterstützung innerhalb der Community demotivert und frustriert die Betroffenen am meisten.

Deswegen ruft Amnesty International die Menschenrechtsverteidiger*innen der ganzen Region dazu auf, zusammenzuhalten und die LGBTI Aktivist*innen aufgrund der Universalität der Menschenrechte in ihrer Arbeit zu unterstützen!


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