Serbien: Der Belgrad Pride 2014 hat stattgefunden – ein Sieg für die Menschenrechte

28 September 2014
EUR 70/016/2014


Das erste Mal seit 2010 hat ein Pride Marsch in Belgrad stattfinden können. Ein Sieg sowohl für die Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) in Serbien als auch für ihre Unterstützer_innen, die all die Jahre für das friedliche Ausüben ihrer Rechte für Meinungs- und Versammlungsfreiheit gekämpft haben.

Rund 1000 Personen marschierten durch Belgrad, schwangen Regenbogenfahnen und Banner in Solidarität mit allen Opfern von Diskriminierung, Hass und Gewalt. Teilnehmer waren LGBTI-Aktivist_innen aus Serbien und der Region, Vertreter_innen der serbischen Regierung, der Stadt Belgrad, der EU und internationale Aktivist_innen und Diplomat_innen, eine Amnesty Delegation und Menschenrechtsüberwacher_innen.

Die Teilnehmer wurden von der Polizei beschützt, so dass der Marsch nach Plan ablaufen konnte.

Leider kam es vor und nach der Parade zu Demonstrationen gegen die Rechte der LGBTI. In der Nacht davor war es zu einem Zusammenstoß zwischen Gegendemonstranten und Bereitschaftspolizei gekommen. Trotz Verbots marschierten dann hinter dem Marsch eine Gruppe Demonstranten, bestehend aus religiösen und nationalistischen Gruppen. Es gab ferner einen Angriff auf das Gebäude des unabhängigen Senders B92, als 30 gewalttätige Angreifer den Sender stürmten und einige Leute verletzten. Außerdem wurde ein Bus angezündet.

Amnesty International begrüßt die Maßnahmen der serbischen Regierung, auch die Verhaftung und Bestrafung einiger Personen für Übertretungen. Jetzt muss die Regierung nur mit allem Nachdruck darauf hinweisen, dass sie die Diskriminierung und Gewalt gegen LGBTI in Serbien im Auge behält und ihren Fokus auf die Verurteilung von Hassverbrechen gegen diese Gruppe richten. Außerdem ist es wichtig, dass die Regierung alle Menschenrechtsverteidiger_innen schützt.


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