Ukraine: Erfolg im Fall Dmitrii Bulatov

UA 16/14
Index: 50/004/2014
31.1.2014



Zuerst wurde er entführt, dann schwer gefoltert, überlebte und konnte ins Spital und dort von seiner Tortur berichten. (siehe Hintergrund auf osteuropa.amnesty.at)

Dann bekam er Hausarrest und wurde wegen „Organisation öffentlicher Unruhen“ angeklagt.

Die kollektive Empörung von Politikern, Presse, MenschenrechtsaktivistInnen im Westen, die Empörung in der Ukraine zeigt jedoch Wirkung. Am 1.2. erhielt er die Erlaubnis zur medizinischen Behandlung auszureisen. Am 2.2. konnte er mit Piotr Poroshenko (prominenter ukrainischer Geschäftsmann und unabhängiges Mitglied des Parlaments) nach Litauen ausreisen, wo er medizinisch behandelt werden soll.

Die Anklage gegen ihn wurde allerdings nicht fallen gelassen. Die Regierung will Stärke zeigen. Und wir werden den Fall nach Einlangen neuer Informationen weiter betreuen.

Bis dahin danken wir Allen, die auf unsere Aufrufe zum Absenden von Appellen so rasch gefolgt sind.


Zum Nachlesen: Ukraine: Entführter Dmitrii Bulatov schwer misshandelt und gemartert, aber lebend!

Am 22.1. (siehe Bericht auf unserer Homepage) verschwand Dmitrii Bulatov. Am 30.1. wurde er aus einem Auto geworfen, um ihn im Wald bei Minusgraden sterben zu lassen. Er konnte sich zum nächsten Ort schleppen und dort um Hilfe rufen. Er war blutüberströmt, mit zerrissener Kleidung, hatte überall Prellungen, Blutergüsse und Schnittwunden.

Im Spital erzählte er dann, dass er während seiner Entführung lange Zeit verbundene Augen hatte, kaum zu essen bekam und von Männern mit russischem Akzent verhört wurde, die Informationen über die Finanzierung seiner Aktivitäten haben wollten. Er erzählte weiter, dass man ihn während der 8 Tage geschlagen hätte, die Hände durchbohrt, als wolle man ihn kreuzigen, er wurde im Gesicht, am Ohr geschnitten.

Die Entführung und Folterungen des prominenten Aktivisten Dmitrii Bulatov ist ein barbarischer Akt, der sofort untersucht werden muss. Die dafür Verantwortlichen müssen vor Gericht kommen. Es ist schlimm zu sehen, welchen Verlauf eine Krise nimmt, wenn es zu solchen schweren Misshandlungen kommt.

Unter 5.ua/70694 gibt es ein Video über seine Einlieferung ins Spital.

Diese schreckliche Geschichte ist nicht die einzige, es gibt etliche Berichte über ähnliche Fälle. So wurde Yury Verbytsky tot in einem Waldstück außerhalb von Kiew aufgefunden. Igor Lutsenko wurde entführt, misshandelt, überlebte.

Da die Gefahr besteht, dass Bulatov aus dem Spital heraus verhaftet werden könnte, bitten wir um raschen Protest. Ladet die vorbereiteten Schreiben herunter.

Musterbriefe zum Runterladen

Die Aktion zum Nachlesen


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