Ukraine: Emir-Usein Kuku in Gefahr

3.11.2016


Um den Menschenrechtsverteidiger und ethnischen Krimtataren Emir-Usein Kuku einzuschüchtern, wird seine Familie bedroht und schikaniert. Nach der Festnahme von Emir-Usein Kuku wurde sein Sohn von einem Mann bedroht, der angab, für den russischen Geheimdienst zu arbeiten. Die de-facto-Behörden der Krim haben Emir-Usein Kuku vorgeworfen, dass er seinen Sohn nicht beschützen könne. Sie leiteten eine Untersuchung ein, die dazu führen könnte, dass er das Sorgerecht verliert.

Bitte helft mit und beteiligt Euch an der Online Aktion

Hintergrund:

Emir-Usein Kuku ist ein Menschenrechtsverteidiger und bekanntes Mitglied der krimtatarischen Gemeinde in der Region Jalta im Süden der Krim. Nachdem die Krim im Jahr 2014 von Russland besetzt worden war, schloss er sich der Menschenrechtsorganisation Crimean Human Rights Contact Group an. Der russische Geheimdienst (FSB) versuchte mehrmals, ihn als Informanten zu gewinnen. Nachdem Emir-Usein Kuku dies abgelehnt hatte, durchsuchte der FSB zweimal sein Haus. Im Februar 2016 wurde er wegen des unbegründeten Vorwurfs festgenommen, ein Mitglied der islamistischen Bewegung Hizb ut-Tahrir zu sein, die in Russland als "extremistisch" verboten ist, in der Ukraine jedoch nicht. Emir-Usein Kuku weist jeglichen Kontakt mit dieser Bewegung von sich. Zurzeit befindet er sich in Untersuchungshaft.

Dort wurde er von einem Beamten des FSB besucht, der ihn erneut anwerben wollte. Nach seiner Ablehnung wurde seine Familie weiteren Schikanen ausgesetzt. Am 2. März, und bei mindestens einer weiteren Gelegenheit, näherte sich ein Mann Bekir Kuku, seinem neunjährigen Sohn. Der Mann erklärte ihm, dass er für den FSB arbeiten und Emir-Usein Kuku "im Gefängnis verrotten" würde, da er nicht mit ihnen zusammenarbeite. Am 3. März meldete Meriem Kuku, die Ehefrau von Emir-Usein Kuku und Mutter von Bekir Kuku, den Vorfall der örtlichen Polizei. Ihre Anzeige wurde aufgenommen, sie erhielt jedoch keine Informationen über den Fortschritt der Untersuchung.

Stattdessen informierte ein örtlicher Polizeiangehöriger für Fälle im Bereich des Jugendstrafrechts Meriem Kuku darüber, dass die Ermittlungsbehörde, die für die Untersuchung schwerer Straftaten zuständig ist, eine Untersuchung gegen Emir-Usein Kuku eingeleitet habe, da dieser seinen Sohn nicht vor fremden Personen beschützt habe. Meriem Kuku befürchtet, dass dies zu einem Strafverfahren gegen die Familie führen könnte und die Behörden das Sorgerecht für ihren Sohn beantragen könnten. Ihre Sorge verstärkte sich, als der Polizeiangehörige für Fälle im Bereich des Jugendstrafrechts mehrmals versuchte, Bekir Kuku in der Schule ohne die Anwesenheit von Erwachsenen zu befragen.


zurück