Regenbogenparaden in Osteuropa 2011

CAPA 7/11 update 1
AI-Index: REG 02/002+003/2011
Dauer bis Ende Juli 2011


Amnesty International ist der Meinung, dass das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit und das Recht, nicht diskriminiert zu werden in Europa bei lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender (LGBT) Personen weder respektiert noch geschützt wird.

Hintergrund

LGBT Aktivisten in Europa wurden, je nach Land und in verschiedenem Ausmaß, bei ihren Paraden in ihren Rechten behindert. Das reichte vom Verbot durch die Stadtbehörden, mangelnden Schutz durch die Polizei, verbalen und körperlichen Attacken bis zu homophoben Angriffen durch öffentliche Beamte und Vertreter politischer Parteien und Angriffen in den Medien.

Das Anwachsen rechtsgerichteter Parteien und Bewegungen in Europa wird ein immer grösser werdendes Problem, da es die Diskriminierung von Minderheiten schürt. Insbesondere in Zentral- und Osteuropa nimmt die Diskriminierung und Intoleranz LGBT-Gruppen gegenüber stark zu. Damit geraten auch die Teilnehmer an LGBT-Veranstaltungen in Gefahr.

Das Ziel von Amnesty International ist, Meinungs- und Versammlungsfreiheit der LGBT-Bewegung innerhalb Europas zu stärken. Deshalb versucht AI die durchaus riskanten LGBT-Märsche/Events durch Lobby- und Pressearbeit und auch durch Solidaritätsaktionen zu unterstützen.

Folgende Regenbogenparaden soll es geben, die für die Veranstalter und Teilnehmer mit Risiken verbunden sind:

Bratislava Pride
4. Juli 2011

Nachdem es im Vorjahr zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen war, hat sich AI an die Behörden gewandt mit dem Ersuchen, den diesjährigen Marsch zu schützen.

Bukarest Schwulenfest
30. Mai - 4. Juni 2011

Dieses Festival wird seit 2004 zusammen mit einer Parade und Filmen und Workshops von der NGO ACCEPT organisiert. Bis jetzt war es zu keinen Zusammenstößen gekommen. Für heuer hat die Polizei eine andere Route verlangt. AI hat in einem Schreiben an die Regierung von Rumänien nochmals an das Recht auf Versammlungsfreiheit erinnert. Eventuell wird eine kleine AI-Delegation am Marsch teilnehmen.

Budapest Pride
18. Juni

Im Vorjahr war es zu Zusammenstößen gekommen. Heuer möchte die Polizei die Route einschränken. AI-Ungarn wird am Marsch teilnehmen.

Sofia Pride
26. Juni

Die Veranstalter fürchten auch heuer physische und verbale Attacken durch rechtsgerichtete Gruppen, wie es auch im Vorjahr der Fall war. Die Absicht der Veranstalter ist es, einen ganzen "Pride"-Monat abzuhalten und als Schlussakkord den Marsch zu veranstalten. Bis jetzt allerdings haben sie noch keine Erlaubnis für die von ihnen gewählte Route, weil die Polizei und die Stadtverwaltung keine Sicherheitsgarantien abgeben will. AI wird eine hochrangige Delegation zu einer Menschenrechtskonferenz senden, die im Rahmen des Sofia Pride organisiert wird. Außerdem soll eine kleine AI-Delegation am Marsch teilenehmen.

Moldau

Die zuständige Organisation - Gender Doc - hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen keinen Marsch durchzuführen.

Ukraine (Nikolaev Festival)
17. Mai

Obwohl LGBT-Märsche immer verboten waren und Homophobie im ansteigen ist, wollen die Organisatoren das Festival stattfinden lassen. AI will Unterstützungsarbeit leisten.

Belgrad Pride

Es scheint, als würde dieser Marsch heuer nicht stattfinden.

Zagreb Pride
18. Juni

Obwohl 2010 nur unzureichend geschützt, wollen die Veranstalter auch heuer wieder den Marsch mit Unterstützung der Kroatischen AI-Sektion durchführen. Diese will auch am 17. Mai an der Veranstaltung zur Ausstellung "Walk with Pride" teilnehmen.

Podgorica Pride
31. Mai

Diese Veranstaltung wäre die erste ihrer Art in Montenegro. Die Regierung hat Unterstützung zugesagt, obwohl der Minister für Menschenrechte eine homophobe Haltung an den Tag legt (!) und die Gesellschaft generell dem Thema kritisch gegenübersteht.

Die Aktion, um deren Unterstützung wir bitten, ist diesmal etwas anders als sonst. Im Prinzip wünschen sich die betreffenden AI-Sektionen, in deren Ländern die Märsche stattfinden, wie Budapest und Bratislava, Teilnehmer_innen der angrenzenden AI-Sektionen. Diese Teilnahme wurde jedoch vom AI-EU-Office auf höchstens 4-5 AI-Mitglieder beschränkt und muss per Antrag genehmigt werden. Es gibt also folgende Möglichkeiten:

Bitte machen Sie bei diesen Aktionen mit.


zurück