Osteuropa: Newsletter Februar 2007 - mangelnder Zugang von Romani-Kindern zur Schulbildung


Demnächst gibt es eine Aktion zum Thema des mangelnden Zugangs von Romani-Kindern zur Schulbildung in Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Slowenien.

Bosnien und Herzegowina

Die Anzahl der Roma in Bosnien und Herzegowina wird auf etwa 60.000 geschätzt (1,5% der 4 Millionen EinwohnerInnen). Die größten Romagemeinden befinden sich in Tuzla, Sarajewo und Zenica-Doboj. Der Großteil der Roma lebt in zwanglosen Ansiedelungen, oft ohne offizielle Erlaubnis, ohne Zugang zur nötigen Unterstützung. Die Armutsrate ist signifikant höher als beim Rest der Bevölkerung. 26% der Roma leben nach offiziellen Angaben unter der Armutsgrenze, während der Anteil bei der übrigen Bevölkerung bei 3% beträgt. 70% der Roma sind arbeitslos.

Gesetzeslage

Schule

Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung

Die bosnischen Behörden unterließen es, Romanikinder in vollem Umfang in das Bildungssystem zu integrieren. Im Gegenteil duldeten oder förderten sie an einigen Grundschulen die Einrichtung von Sonderklassen für Romanikinder, in denen bisweilen nach einem eingeschränkten oder vereinfachten Lehrplan unterrichtet wurde.

Kroatien

2001 erklärten sich rund 9.000 Menschen der Romagemeinde zugehörig (0,2% der 4,4 Millionen EinwohnerInnen). Die geschätzte Zahl scheint zwischen 30.000 und 50.000 zu liegen. Die größten Gemeinden sind im Gebiet von Medijurje und Varazdin, sie machen ungefähr 30% aus. Roma leben auch in Osijek-Baranja, Sisak-Moslavia und Zagreb, viele von ihnen in zwanglosen Siedlungen, gebaut ohne Erlaubnis, bar jeder Infrastruktur. Rund 80% der Roma sprechen Romani.

Geschätzte 12-13% leben von weniger als 4,3 $/Tag, das sind zwischen 2 und 5% der restlichen Bevölkerung.

Rund 80% der Roma Haushalte haben kein regelmäßiges Einkommen und anscheinend hat keine der Romanifrauen einen legalen Job.

Gesetzeslage

Ausschluss von Vorschule und Grundschule

Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung

Slowenien

Laut Volkszählung 2002 bekannten sich von den mehr als 2 Millionen StaatsbürgerInnen rund 3.000 der Gruppe der Roma zugehörig. Die geschätzte Zahl scheint zwischen 7.000 und 12.000 zu liegen. 3.834 Personen gaben Romani als ihre Erstsprache an.

Die großen Romasiedlungen sind in den Regionen Dolenjska und Bela Krajina (SO) und Prekmurje (NO). Aber auch in Größstädten, wie Laibach, leben Roma. Die Siedlungen sind illegal, es gibt nur unzureichende Sanitäranlagen, kaum Fließwasser, Müllabfuhr.

Die Arbeitslosigkeit unter den Roma beträgt bis zu 90%. Die meisten sammeln Altmetall oder arbeiten zeitweise auf Höfen.

Viele der Roma wurden 1992 aus dem Register der Personen mit Daueraufenthaltsgenehmigung gelöscht (siehe die diesbezügliche Aktion auf dieser Homepage) und fielen so durch das soziale Netz.

Gesetzeslage

Ausschluss von Vorschule und Grundschule

Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung


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